Ebene des
Mensch-Seins
Elternschaft als Chance
Kann das Leben mit einem Säugling und Kleinkind schon für gefestigte und strukturierte Menschen eine große Aufgabe darstellen, ist es für Eltern, die selbst früh traumatisiert wurden, eine nochmal größere Herausforderung. Gleichzeitig ist gerade in der Zeit rund um die Geburt eines Kindes die Motivation und auch Veränderungsbereitschaft von Eltern besonders hoch. Tiefgreifende Lebensveränderung, hin zu einem selbständig gestalteten Leben werden möglich, wenn die Familien entsprechend begleitet werden.
Die Grundprinzipien
Grundlegend für die Begleitung ist es, dass wir miteinander in Beziehung gehen können, die Würde jedes einzelnen Menschen gewahrt wird, wir Freude aneinander und an der Begegnung haben, dass der Schutz aller gewahrt wird, wir voneinander lernen können und miteinander auf Augenhöhe unterwegs sind. Diese Begriffe fassen die Grundprinzipien von Grow Together zusammen (Auszug aus einem Interview, das die Familienbegleiterin Sonja Cejka mit der Gründerin von Grow Together, Katharina Kruppa, geführt hat):
Beziehung
Wir arbeiten durchgehend beziehungsorientiert.
Lernen und Veränderung sind nur durch Beziehung möglich – der Mensch wird am Du zum Ich, wie Martin Buber sagt. Stabile Beziehungen von Anfang an bilden das Grundgerüst unseres Lebens und können ausgebaut werden. Fehlen positive Beziehungserfahrungen, braucht es tiefgreifende, ehrliche Begegnungen, um im Miteinander zu wachsen und voneinander zu lernen.
Würde
Die Würde des Menschen ist ein weiteres Grundprinzip.
Das bedeutet, jeden Menschen in seinem „So-Sein“ zu nehmen. Es bedeutet auch die Gleichwürdigkeit zu leben – wir sind zwar unterschiedlich in unserer Entwicklung und in unserer Rolle, aber wir haben grundsätzlich die gleiche Würde, auch die ganz neugeborenen Kinder. Im Hinblick auf unser Mensch-Sein gibt es keine Hierarchie, nur in den Rollen, und da können wir voneinander lernen.
Schutz
Zentral ist der Kinderschutz bei Grow Together.
Aber natürlich auch der Schutz vor Gewalt und Übergriffigkeit für alle Erwachsenen, mit denen wir zu tun haben, uns inbegriffen. Und zwar zum Schutz von Opfer und Täter!
Freude
Wenn wir wirklich in Beziehung sind,
dann werden wir doch nicht nur miteinander weinen, sondern auch miteinander lachen. Wirkliche Begegnung, diese Du-Begegnung, ist etwas wirklich Freudvolles. Wenn ich jemandem ehrlich begegnen kann, dann berührt das zutiefst und macht echt Freude.
Die Freude am Kind ist etwas ganz Wesentliches für die Eltern und für das Kind. Es gehört zu unserem Job, uns mit den Eltern freuen dürfen. Freude ist so ansteckend.
Lernen
Einerseits vertreten wir die grundhumanistische Haltung,
dass jedes menschliche Wesen grundsätzlich in jeder Situation lernfähig ist. Lernen hat für uns auch viel mit Hoffnung zu tun. Wenn wir jemandem nicht mehr zutrauen, dass sie/er lernt, welchen Sinn hätte die Arbeit dann?
Außerdem sind wir als Organisation ständig lernend. Wir verändern, wir tun, wir machen, wir sind immer in Bewegung, weil Leben per se eigentlich Lernen ist. Das Gegenteil von Lernen ist Stillstand und Stillstand ist lebensfeindlich. Das ist ein Grundprinzip der Evolution.
Miteinander
Menschen funktionieren eigentlich nur miteinander, als Gruppe.
Da kommen wir ins Lernen. Wir lernen aneinander am Du, am Zusammensein. Hier schließt sich der Kreis zu Beziehung: Beziehung impliziert ein Miteinander in der Gruppe, aber auch Miteinander mit unseren Klient*innen und mit allen, mit denen wir zusammenarbeiten.
Praktikum & Ehrenamt
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